Wie man die digitale Transformation der Kommunen im Jahr 2024 unterstützt

Die französischen Kommunen sehen sich einem wachsenden Druck ausgesetzt, ihre Dienstleistungen, ihre interne Verwaltung und ihre Beziehungen zu den Bürgern zu digitalisieren. Der europäische Rechtsrahmen wird strenger, die Cyberbedrohungen nehmen zu, und die Erwartungen der Bürger an Online-Dienste wachsen stetig. Im Jahr 2024 ist die digitale Transformation der Kommunen kein Projekt mehr, das gestartet werden muss: Es ist ein bereits begonnenes Vorhaben, dessen Erfolgsbedingungen jedoch ungleich erfüllt sind.

Digitale Souveränität und Softwarewahl: Ein strengerer Rahmen für die Kommunen

Die Frage der digitalen Souveränität war lange Zeit auf die Debatten zwischen großen Staatsverwaltungen beschränkt. Sie wird nun auch für die Kommunen, einschließlich der kleineren, relevant. Die Mission zur digitalen Souveränität der Nationalversammlung schlägt vor, dass alle öffentlichen IT-Aufträge des Staates ab 2030 auf freien Lösungen basieren. Anreizmechanismen zielen auch auf die Kommunen ab: Umqualifizierung der Ausgaben für Open Source als Investitionen, Souveränitätsklausel in den Verträgen.

Diese Wende verändert die Rahmenbedingungen für die lokalen IT-Abteilungen. Die Wahl eines Cloud-Anbieters oder einer Fachsoftware hängt nicht mehr nur vom Preis-Leistungs-Verhältnis ab. Sie bindet die Kommune an Kriterien wie die Reversibilität der Daten, europäisches Hosting und Unabhängigkeit von außereuropäischen Anbietern.

Für kleinere Gemeinden, die ihre Werkzeuge oft über die interkommunale Zusammenarbeit bündeln, stellt sich die Frage mit besonderer Dringlichkeit: Die verfügbaren Ressourcen auf https://www.collectivitenumerique.fr/ ermöglichen es, diese Herausforderungen auf lokaler Ebene zu kartieren.

Die Rückmeldungen aus der Praxis sind diesbezüglich unterschiedlich. Einige interkommunalen Zusammenschlüsse haben bereits auf freie Kollaborationssuiten umgestellt. Andere sind weiterhin von mehrjährigen Verträgen mit proprietären Anbietern abhängig, ohne klare Ausstiegsklausel. Das Fehlen einer Reversibilitätsklausel ist das erste konkrete Hindernis für die digitale Souveränität auf lokaler Ebene.

Team von lokalen gewählten Vertretern, die während eines Workshops zur digitalen Stadtplanung um einen interaktiven Touchscreen-Tisch zusammenarbeiten

Programm Territoires d’IA: Was die Mitfinanzierung für die öffentlichen Bediensteten verändert

Das Programm “Territoires d’IA”, das von der Banque des Territoires am 21. Mai 2026 ins Leben gerufen wurde, markiert einen Schritt zur Unterstützung der Kommunen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Es richtet sich ausdrücklich an die Kommunen und die EPCI mit einem klaren Ziel: 100.000 öffentliche Bedienstete bis 2030 in konkreten Anwendungen der KI zu schulen.

Das Programm basiert auf drei Säulen:

  • Ein Katalog souveräner, getesteter und von einer Kommune zur anderen übertragbarer Lösungen, um zu vermeiden, dass jedes Gebiet seine eigenen Werkzeuge neu erfindet.
  • Eine ingenieurtechnische Begleitung, die von Experten sichergestellt wird, die mehrere Monate lang vor Ort tätig sind, nach dem Modell der maßgeschneiderten digitalen Begleitung der ANCT (die sich an Gemeinden mit weniger als 3.500 Einwohnern und interkommunale Zusammenschlüsse mit weniger als 15.000 Einwohnern richtet).
  • Ein kontinuierliches Mitfinanzierungsangebot, das 30 % der förderfähigen Ausgaben abdeckt, was die Einstiegshürde für Kommunen mit begrenzten Budgets senkt.

Die ersten hervorgehobenen Anwendungsfälle beziehen sich auf die Dokumentenverwaltung, die Analyse von Katasterdaten und die Erkennung von Anomalien in den Antragsströmen. Die verfügbaren Daten erlauben es noch nicht, die tatsächliche Auswirkung auf die Servicequalität zu messen, da das Programm zu neu ist, um konsolidierte Rückmeldungen zu erhalten.

Eine Frage der Governance, nicht nur der Werkzeuge

Das Hauptproblem, das von den Beobachtern identifiziert wurde, ist nicht technologischer Natur. Es betrifft die Governance. Die Umfrage, die 2024 unter 289 Kommunen vom Observatoire Data Publica (für die Groupe La Poste und die Banque des Territoires) durchgeführt wurde, zeigt, dass die Daten-Governance der Schwachpunkt der digitalen Projekte der Kommunen bleibt. Die Werkzeuge sind vorhanden, aber ihre Akzeptanz hängt von der Fähigkeit der gewählten Vertreter und der Generaldirektoren der Dienste ab, eine bereichsübergreifende Steuerung zu strukturieren.

Die Schulung der Bediensteten zur Nutzung einer Software reicht nicht aus, wenn niemand in der Organisationsstruktur die Verantwortung für die produzierten und geteilten Daten trägt.

Territoriale Cybersicherheit: Eine wachsende Exposition, noch fragmentierte Antworten

Die Digitalisierung der lokalen öffentlichen Dienste vergrößert mechanisch die Angriffsfläche. Die Kommunen verwalten sensible Daten (Standesamt, lokale Besteuerung, Sozialhilfe) auf oft heterogenen, manchmal veralteten Informationssystemen.

Die Unterstützungsangebote haben sich vervielfacht. Die ANCT bietet Sensibilisierungsmodule zur Cybersicherheit in ihren Begleitprogrammen an. Intercommunalités de France priorisiert Cybersicherheit und Resilienz der öffentlichen Dienste als eine ihrer strukturellen Prioritäten. Die tatsächliche Fähigkeit kleiner Gemeinden, die Empfehlungen umzusetzen, bleibt jedoch durch den Mangel an internen Kompetenzen begrenzt.

IT-Berater und Systemadministrator diskutieren über die digitale Infrastruktur im Serverraum einer lokalen Gemeinde

Ein DGS einer ländlichen Gemeinde kann nicht allein einen Plan zur digitalen Geschäftskontinuität steuern. Die Zusammenarbeit auf interkommunaler Ebene erscheint als der einzige realistische Weg für diese Gebiete, setzt jedoch einen Kompetenztransfer voraus, der politisch nicht immer gesichert ist.

Digitale Inklusion und Zugang zu Rechten: Der Test der tatsächlichen Transformation

Die digitale Transformation der Kommunen macht nur dann Sinn, wenn sie niemanden auf der Strecke lässt. Das Programm Société Numérique der ANCT arbeitet mit den Kommunen und lokalen Akteuren zusammen, um Projekte zur digitalen Inklusion zu strukturieren. Die Veranstaltung Numérique en Commun[s], die seit sieben Jahren durchgeführt wird, vereint die Akteure der digitalen Vermittlung um konkrete Fälle.

Die Herausforderung bleibt enorm. Eine Verwaltungsanfrage zu digitalisieren, ohne eine Alternative für die vom digitalen Bereich entfernten Personen vorzusehen, führt zu einer neuen Form der Exklusion. Die Kommunen, die in diesem Bereich erfolgreich sind, sind diejenigen, die eine physische Anlaufstelle parallel zu jedem digitalisierten Dienst aufrechterhalten, was Kosten verursacht, die die kleineren Gemeinden nur schwer tragen können.

Die Europäische Kommission betont in ihrer Überarbeitung des Programms für das digitale Jahrzehnt die territoriale Governance der digitalen Welt als Hebel für Inklusion. Die von der EU finanzierten länderübergreifenden Projekte beginnen, die französischen Gebiete zu durchdringen, aber ihre lokale Aneignung bleibt ein offenes Projekt.

Die digitale Transformation der lokalen Kommunen hängt weniger von der Wahl eines Werkzeugs ab als von drei Bedingungen: einer klaren Governance der Daten, ausreichenden internen Kompetenzen und einer effektiven interkommunalen Zusammenarbeit. Die Mitfinanzierungsprogramme senken die finanzielle Hürde, aber die organisatorische Hürde bleibt der wahre Engpass für die Mehrheit der Gebiete.

Wie man die digitale Transformation der Kommunen im Jahr 2024 unterstützt