Test des Triban RC120: Wie schneidet er im Vergleich zu seinen Konkurrenten ab?

Der Triban RC120 hat lange Zeit einen besonderen Platz im Decathlon-Katalog eingenommen: den des ersten zugänglichen Rennrades, mit einem Einstiegspreis und Komponenten, die darauf ausgelegt sind, die Disziplin zu entdecken, ohne sich zu ruinieren. Mit der schrittweisen Neupositionierung der Marke Triban hin zu Van Rysel ändert sich der Status dieses Modells. Es richtet sich nicht mehr ganz an dasselbe Publikum, und auch seine direkten Konkurrenten haben sich weiterentwickelt.

Aluminiumrahmen 6061 T6 und sloping Geometrie des RC120

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass einige Rennräder den Eindruck erwecken, “hochbeinig” zu sein, mit einem fast horizontalen Oberrohr? Der RC120 verfolgt den gegenteiligen Ansatz. Seine sloping Geometrie senkt das Oberrohr nach hinten ab, was zwei konkrete Effekte erzeugt.

Der erste ist postural: Die Fahrposition bleibt aufrechter als bei einem reinen Rennrad. Für einen Radfahrer, der zwei bis drei Stunden am Stück fährt, reduziert diese Haltung die Spannung im unteren Rücken. Der zweite ist strukturell: Ein kompakterer Hinterbau versteift den Rahmen, ohne zusätzliches Gewicht hinzuzufügen.

Das gewählte Material, Aluminium 6061 T6, findet sich bei fast allen Einstiegs-Rennrädern. Es bietet einen guten Kompromiss zwischen Leichtigkeit und Ermüdungsbeständigkeit. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der RC120 nicht von seinen direkten Konkurrenten. Der Unterschied liegt eher in der Schweißqualität und der Verarbeitung der Rohre, wo Decathlon von seiner vertikalen Integration profitiert (intern kontrollierte Konstruktion und Produktion).

Ein Test des Triban RC120 im Vergleich zur Konkurrenz zeigt zudem, dass dieser Rahmen für Radtourismus oder Pendelstrecken nach wie vor relevant ist, aber an seine Grenzen bei anspruchsvollen hügeligen Strecken stößt.

Frau, die den Umwerfer eines Einstiegs-Rennrads an einer Steinmauer in einem französischen Dorf überprüft

Übersetzung und Bremsen: Was den RC120 auf der Straße limitiert

Die Übersetzung ist der Bereich, in dem der RC120 im Vergleich zu seinen Rivalen in derselben Preisklasse am meisten zurückbleibt. Die Originalausstattung basiert auf einer einfachen Konfiguration, während Konkurrenten bereits Shimano Claris (2×8 Gänge) mit besser abgestuften Übersetzungen anbieten.

Warum ist diese Wahl wichtig? Auf flachem Terrain bleibt der Unterschied unauffällig. Sobald jedoch ein Anstieg kommt, zwingt eine begrenzte Abstufung dazu, in zu weit auseinanderliegenden Gängen zu treten. Der Radfahrer verliert an Pedalfluss und ermüdet schneller die Knie.

Was die Bremsen betrifft, so verwendet der RC120 Felgenbremsen. Dieses System funktioniert bei trockenem Wetter gut, verliert jedoch bei Regen an Biss. Konkurrenzräder, die in dieser Preisklasse mechanische Scheibenbremsen integriert haben, bieten einen klaren Vorteil in Bezug auf Sicherheit und Bremsmodulation.

  • Die Mono- oder einfache Doppelübersetzung eignet sich für flache oder leicht hügelige Strecken, nicht für Pässe.
  • Die Felgenbremsen erfordern einen regelmäßigen Austausch der Bremsbeläge und eine häufigere Einstellung als mechanische Scheibenbremsen.
  • Der Wechsel zu breiteren Reifen (bis zu 32 mm laut Nutzerberichten) kompensiert teilweise den Mangel an Komfort, der mit der weniger progressiven Bremsleistung verbunden ist.

Neupositionierung von Triban zu Van Rysel: Was sich für den RC120 ändert

Die Marke Triban verschwindet allmählich aus dem Decathlon-Katalog. Die Rennradmodelle wandern schrittweise unter die Flagge Van Rysel, während Fahrräder, die mehr auf Freizeit oder Fitness ausgerichtet sind, zu BTWIN oder Riverside umgeleitet werden.

Für den RC120 hat dieser Übergang eine direkte Konsequenz: Der angekündigte Nachfolger wird unter dem Namen Van Rysel neu gebrandet und teurer sein. Er wird eine Shimano Claris 2×8 Übersetzung haben, was den Hauptschwachpunkt des aktuellen Modells behebt. Der Preis wird im Gegenzug steigen.

Diese Verschiebung ändert die Vergleichsgrundlage. Der aktuelle RC120 wurde mit Fahrrädern im gleichen Einstiegspreissegment verglichen. Das zukünftige Modell wird mit Rennrädern konkurrieren, die bereits mit Claris oder Sora ausgestattet sind, wie einige Einstiegsmodelle von Canyon Endurace oder neueren Btwin.

Welches Profil von Radfahrern spricht der aktuelle RC120 noch an?

Der RC120 in seiner Triban-Version bleibt eine sinnvolle Wahl für drei spezifische Anwendungen:

  • Pendelverkehr auf gemischten Strecken (Straße und Radweg), wo die Robustheit des Rahmens und die Möglichkeit, breite Reifen zu montieren, wichtiger sind als die Übersetzung.
  • Die Entdeckung des Rennradfahrens für einen Radfahrer, der noch nicht weiß, ob er die Disziplin fortsetzen wird, und der die anfängliche Investition begrenzen möchte.
  • Eine modulare Basis für leichtes Bikepacking, dank der Befestigungsösen für Gepäckträger und Schutzbleche, die am Rahmen vorhanden sind.

Ein Radfahrer, der regelmäßige Ausfahrten in hügeligem Gelände plant oder auch nur moderate Leistung anstrebt, wird jedoch davon profitieren, direkt in ein besser ausgestattetes Modell mit einer geeigneten Übersetzung zu investieren.

Zwei Radfahrer nebeneinander, die zwei Einstiegs-Rennräder auf einem urbanen Radweg vergleichen

Triban RC120 und Rivalen: Das echte Auswahlkriterium beim Kauf

Die Versuchung ist groß, Einstiegs-Rennräder nur nach dem angegebenen Preis zu vergleichen. Der RC120 glänzt in diesem Bereich. Aber die tatsächlichen Kosten beinhalten die nahezu obligatorischen Upgrades: Sattelwechsel, Austausch der Originalreifen, eventuell Hinzufügen von Klickpedalen.

Ein Konkurrent, der etwas teurer verkauft wird, aber mit einer Claris-Übersetzung und mechanischen Scheibenbremsen geliefert wird, kann nach einigen Monaten Nutzung auf den gleichen Gesamtpreis kommen. Die Wahl der richtigen Rahmengröße ist ebenso wichtig wie die Ausstattung: Ein schlecht angepasstes Fahrrad verursacht Schmerzen, die zum Aufgeben führen, unabhängig von der Preisklasse.

Der RC120 bleibt ein ehrliches Fahrrad für seinen Katalogpreis. Seine Hauptstärke liegt in der sofortigen Verfügbarkeit im Decathlon-Geschäft und im integrierten Werkstattnetz für Wartung. Für ein erstes Rennrad hat dieses Sicherheitsnetz nach dem Verkauf keinen Vergleich bei Marken, die ausschließlich online verkauft werden.

Test des Triban RC120: Wie schneidet er im Vergleich zu seinen Konkurrenten ab?